Die letzten Tage und die ersten Eindrücke

Unser Flugzeug nach Johannesburg
Unser Flugzeug nach Johannesburg

Nachdem die letzten Tage in Deutschland wie im Flug vergangen sind, da ich unter anderem einige organisatorische Sachen abklären musste, meine Sachen gepackt habe und mich abschließend auf meiner Abschiedsfeier oder später in kleinen Kreis von vielen mir wichtigen Menschen für ein Jahr verabschieden musste.

Am Mittwochvormittag ging es pünktlich und vollbeladen, da ich zwei Gepäckstücke sowie ein Handgepäck mitnehmen konnte, Richtung Frankfurt Airport. Nach einer angenehmen Fahrt kamen wir relativ früh am Flughafen an. Kurze Zeit später trafen meine Mitfreiwilligen aus Port Elizabeth, Port Alfred und Jeffrey Bay ebenfalls ein und wir warteten gemeinsam auf den CheckIn und die Gepäckabgabe. Um mich nochmal von Pia und meinen Eltern privat zu verabschieden, gingen wir in ein nah gelegenes Restaurant, das Bekannt durch das ihr Logo „die goldene Möwe“ in der ganzen Welt hat und wohl überall gleich aussieht.

 

Schon war die Zeit gekommen. Um 19 Uhr gab es den wohl emotionalen Höhepunkt meiner noch sehr kurzen Reise. Mit vielen Tränen verließ ich Pia und meine Eltern. Somit war die Freude erstmals gedämpft.

 

 

Kurze Zeit später war auch schon das Boarding, aufgeregt sind wir Freiwilligen in das Flugzeug gestiegen. Der Flug verließ ruhig und entspannt – eigentlich, wenn ich länger als 1,5h hätte schlafen können. Außerdem gab es die ganze Nacht über teilweise starke Turbulenzen. Aber insgesamt konnten wir uns nicht beschweren, auch weil das Unterhaltungsprogramm top war.

In Johannesburg gelandet konnten wir erste Eindrücke vom Land Südafrika sammeln. Nach Zollkontrollen und erneuter Gepäckabgabe hatten wir noch etwa 4h Zeit, um was zu essen und uns die Zeit zu vertreiben. Ehrlich gesagt, hätte ich gedacht, die Zeit würde langsamer herum gehen, doch bevor ich mich versah, saßen wir im nächsten Flugzeug Richtung Port Elizabeth (PE), meiner neuen Heimat für das kommende Jahr. Glücklicherweise hatte ich diesmal einen Fensterplatz. Wie ein kleines Kind blickte ich fast ununterbrochen aus dem Fenster. Nach etwas mehr als einer Stunde konnte ich das Meer schon sehen und ich setzte ein großes Lächeln auf. Nur 30 Minuten später waren wir endlich gelandet und „The Windy City“ machte auch ihren Namen alle Ehre. Ein unglaublicher Wind tobte uns um die Ohren und zunächst waren sich alle einig, dass der Wind von den Turbinen sei, doch kurze Zeit später stellten wir fest, dass wir uns irrten.

Nur etwas windig am Strand
Nur etwas windig am Strand

Empfangen wurden wir von Brett, unseren Ansprechpartner in Südafrika, Hanna, eine meiner beiden Vorgängerinnen im Haven, und Lukas, der mit Hanna als Freiwilliger noch zwei Wochen in PE bleibt. Vom Flughafen fuhren wir in unsere Wohnungen, oder besser gesagt Zimmer, die nur fünf Minuten vom Flughafen entfernt liegen.

Die Wohnung von Tom und mir liegt an der 5th Avenue und mehr großes, stabiles Gartenhaus, das umgebaut wurde zu einer Wohnung mit Küchenzeile und kleinen Badezimmer. Bisher fühlen wir uns hier sehr wohl, was auch an der sehr netten Vermieterin Angela liegt, die uns offen empfangen hat.

Der Abschluss dieses sehr aufregenden Tages bildete ein gemeinsames Abendessen mit allen Freiwilligen. Zuvor bin ich noch mit dem Auto zum etwa 15 Minuten entfernten Strand gefahren, da wir ursprünglich dort essen wollten.

 

Mittlerweile ist es Dienstag und ich konnte einige Eindrücke über das Land, das Wetter, die Menschen, der Stadt, den Autofahren und den Einsatzstellen gewinnen.

 

Das Land ist sehr bergig und deutlich größer als zunächst vermutet. In vielen Gegenden ist es sehr trocken und warm und auf der anderen Seite ist es überall sehr grün.

 

Das Wetter ist deutlich wärmer im Vergleich zu Europa. Da wir uns auf der Südhalbkugel befinden, ist hier grade Winter, dennoch hatten wir bisher nur Temperaturen über 30° C und das in einen längeren Zeitraum als in Deutschland, wo momentan Hochsommer ist. Außerdem ist das Wetter wechselhaft hier am Meer, es wir gegen 18 Uhr dunkel und danach sehr kalt und windig. In nördlicheren Gegenden wie Johannesburg ist es deutlich kälter als hier unten.  

Ziplining
Ziplining

Die Deutschen werden als sehr kühl und eitel empfunden, genau das Gegenteil sind die Südafrikaner, die ich bisher kennengelernt habe. Beim Begrüßen wird jedem, egal ob man ihn kennt oder nicht, die Hand gegeben und sich vorgestellt, teilweise wird man auch direkt umarmt. Smalltalk ist hier scheinbar sehr wichtig, denn die erste Frage ist immer, wie es mir geht und was ich bisher gemacht habe. Das ist echt angenehm, auch weil man von Fremden auf der Straße einfach angequatsch wird und sich mit ihnen zwei, drei Minuten unterhält.

Die Stadt kann ich bisher schwer einschätzen, soweit ich das mitbekommen habe, sind Walmer, wo ich wohne, und Summerstrand zwei wohlhabende Viertel und je weiter man sich von hier entfernt, desto unwohnlicher wird es. Insbesondere die Townships, wo wir arbeiten, sind gewöhnungsbedürftig. Es richtig komisch süß und man sieht teilweise hunderte Blechhäuser, die beim nächsten Windstoß umfallen könnten. Hier ist mir erstmals der Kontrast zwischen Arm und Reich so deutlich aufgefallen.

Das Autofahren ist deutlich leichter als gedacht und definitiv entspannter als in Deutschland. Die Straßen sind leerer und breiter. Mit den Linksverkehr habe ich mittlerweile fast keine Probleme mehr und die ersten Wege konnte ich mir merken wie beispielsweise zum Supermarkt. Ich habe allerdings das Gefühl, dass wir einfache Wege mit den Autos machen müssen, da wir sonst zu unsicher sind. Sobald es dunkel wird, fahren wir von der einen Wohnung zur anderen, etwa fünf Minuten Fußweg, mit dem Auto, um sicher zu sein. Im Township genau dasselbe.

 

Über meine Einsatzstelle, dem House of Ressurection(Haven), kann ich noch nicht so viel berichten. Gestern habe ich mir die Einsatzstelle gemeinsam mit Tabea und Hanna angeschaut und durfte die vielen netten Hausmütter kennen lernen. Das Gelände ist riesig im Vergleich zu den Schulen, wo die anderen Freiwilligen eingesetzt sind, und wir haben noch längst nicht alles gesehen. Ich denke, ich werde einige Tage brauchen, um mich dort einzugewöhnen, doch diese Zeit werden wir bekommen, das wurde uns zugesichert. Mein erster Eindruck von den Mitarbeitern dort war sehr nett und offen. Wir wurden als Teil der Familie dort begrüßt.

Die anderen Einsatzstellen sind Schulen und kein Kinderheim, wie bei mir, doch die Kinder waren sehr erfreut, uns zu sehen und wollten immer auf den Arm genommen werden oder Highfive bekommen.

 

 

So das waren erst einmal meine Eindrücke. Ich werde euch berichten, wenn ich die ersten ganzen Tage im Haven war, zur Zeit liege ich leider flach und konnte deshalb heute noch nicht einen ganzen Tag im Haven verbringen.

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